In der Beratung erzählen mir viele Kundinnen, dass sie schon einiges ausprobiert haben: Henna Brows im Kosmetikstudio, eine Brow Lamination, Augenbrauenfarbe aus der Drogerie. Meist hat ihnen das Ergebnis gefallen. Was sie stört, ist der Aufwand. Nach ein paar Wochen ist alles wieder verblasst oder herausgewachsen, und der nächste Termin steht an. Irgendwann kommt dann die Frage: Wäre Permanent Make-up nicht einfacher?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Die drei Methoden funktionieren ganz unterschiedlich, und jede hat ihre Berechtigung. Ich arbeite in meinem Studio in Kreuzlingen, 10 Gehminuten vom Bahnhof Konstanz, ausschließlich mit Permanent Make-up. Gerade deshalb möchte ich Ihnen hier ehrlich erklären, wann eine der Alternativen für Sie vielleicht die bessere Wahl ist.

Drei Methoden, drei völlig unterschiedliche Ansätze

Henna Brows

Bei Henna Brows wird eine Farbpaste auf Härchen und Haut aufgetragen. Sie färbt die vorhandenen Brauenhaare und hinterlässt zusätzlich eine leichte Tönung auf der Haut. Das sieht aus wie eine dezent geschminkte Braue mit sanfter Schattierung. Die Farbe liegt nur auf der obersten Hautschicht, es wird also nichts unter die Haut eingebracht.

Brow Lamination

Die Brow Lamination verändert nicht die Farbe, sondern die Form der Härchen. Eine chemische Lotion macht die Haare vorübergehend formbar. Danach werden sie nach oben gebürstet und fixiert. Dadurch wirken die Brauen voller, gepflegter und etwas „fluffig“. Allerdings funktioniert das nur mit Härchen, die tatsächlich da sind. Wo keine wachsen, kann auch nichts laminiert werden.

Permanent Make-up

Beim Permanent Make-up bringe ich feine Pigmente mit einer sehr feinen Nadel in die oberen Hautschichten ein. Je nach Hauttyp und Wunsch entstehen dabei einzelne Härchen (Härchentechnik) oder eine weiche, puderartige Schattierung (Powder Brows). Als einzige der drei Methoden kann Permanent Make-up Lücken, fehlende Bereiche und eine unklare Form dauerhaft ausgleichen, und das auch dort, wo kaum oder gar keine eigenen Haare wachsen.

Wie lange hält was?

Beim Vergleich ist die Haltbarkeit für die meisten der entscheidende Punkt. Die folgenden Angaben sind grobe Richtwerte. Wie lange etwas hält, hängt stark von der Haut, der Pflege und dem Alltag ab.

  • Henna Brows: Die Tönung auf der Haut ist meist schon nach wenigen Tagen bis etwa zwei Wochen verschwunden. Bei fettiger Haut, häufigem Waschen oder Peelings geht es oft schneller. Auf den Härchen bleibt die Farbe länger, bis diese ausfallen und nachwachsen.
  • Brow Lamination: Der Effekt hält einige Wochen, häufig ist von sechs bis acht Wochen die Rede. Danach wachsen die Haare wieder in ihre natürliche Richtung.
  • Permanent Make-up: Das Pigment verblasst langsam über einen Zeitraum von meist ein bis drei Jahren. Danach empfehle ich eine Auffrischung, damit Form und Farbe frisch bleiben.

Henna und Lamination brauchen also einen festen Rhythmus mit Terminen alle paar Wochen. Beim PMU sind es nach der Erstbehandlung und der Nachpigmentierung nur noch gelegentliche Auffrischungen.

Für wen eignet sich welche Methode?

Henna oder Lamination sind oft sinnvoll, wenn …

  • Sie eigentlich volle, dichte Brauen haben und ihnen nur mehr Farbe oder Struktur geben möchten,
  • Sie einen Look erst einmal ausprobieren wollen, ohne sich festzulegen,
  • Sie gern regelmäßig ins Kosmetikstudio gehen und den Termin als kleine Auszeit genießen,
  • für Sie aus gesundheitlichen Gründen gerade kein Permanent Make-up infrage kommt, etwa in der Schwangerschaft oder Stillzeit.

Permanent Make-up ist meist die bessere Wahl, wenn …

  • Ihre Brauen lückenhaft, sehr licht oder stellenweise gar nicht vorhanden sind,
  • die Form unregelmäßig ist oder sich die Brauen links und rechts deutlich unterscheiden,
  • Sie morgens nicht mehr nachzeichnen möchten und eine Lösung suchen, die beim Sport, beim Schwimmen im Bodensee oder in der Sauna hält,
  • Sie wegen nachlassender Sehkraft oder unruhiger Hände nicht mehr gut selbst schminken können,
  • Ihnen die ständigen Folgetermine für Henna oder Lamination auf Dauer zu viel werden.

Bei vielen meiner Kundinnen aus Konstanz, Singen oder Radolfzell sehe ich ein typisches Muster. Sie waren mit Henna lange zufrieden. Mit den Jahren sind die Brauen aber lichter geworden, und die Haut-Tönung hält dann einfach nicht lange genug, um die Lücken zu überdecken.

Grenzen und Risiken – ehrlich betrachtet

Keine der drei Methoden ist völlig risikofrei. Es ist gut, die Schwachstellen zu kennen.

Henna

Naturhenna gilt zwar als vergleichsweise mild, kann aber trotzdem Reizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Besonders vorsichtig sollten Sie bei sehr dunklen, schnell wirkenden Henna-Produkten sein. Manche davon enthalten Zusätze, die heftige Kontaktallergien hervorrufen können. Ein Verträglichkeitstest vorab ist deshalb sinnvoll.

Brow Lamination

Die Lotionen greifen in die Struktur des Haares ein. Werden sie zu oft oder zu lange angewendet, können die Härchen trocken, brüchig oder kraus werden. Auch die Haut kann gereizt reagieren, vor allem wenn sie empfindlich ist. Bei sehr dünnen Brauen fällt der Effekt außerdem gering aus, und manchmal betont er die lichten Stellen sogar noch.

Permanent Make-up

Permanent Make-up ist ein Eingriff in die Haut und lässt sich nicht einfach abwaschen. Es gibt Situationen, in denen ich nicht pigmentiere oder erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt:

  • Schwangerschaft und Stillzeit,
  • akute Entzündungen, Ekzeme oder Hauterkrankungen im Brauenbereich,
  • Einnahme blutverdünnender Medikamente,
  • Neigung zu Keloiden oder schlecht heilende Haut,
  • bestimmte Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem oder die Wundheilung beeinflussen.

Außerdem verträgt nicht jede Haut jede Technik. Auf sehr fettiger oder großporiger Haut können feine Härchenstriche mit der Zeit verschwimmen. Dort sind Powder Brows oft die haltbarere Lösung. Und falls ein Permanent Make-up einmal wirklich weg soll, übernimmt das nicht mein Studio. Dafür ist unsere Partner-Praxis tattooentfernung-kreuzlingen.ch am selben Ort zuständig, die mit dem PicoSure-Laser arbeitet.

Lässt sich PMU mit Henna oder Lamination kombinieren?

Ja, wenn das Timing stimmt. Viele Frauen kombinieren beides: Das Permanent Make-up liefert die Grundform und schließt Lücken, die Lamination bringt die eigenen Härchen zusätzlich in Form. Dabei gelten ein paar Regeln:

  1. Vor der PMU-Behandlung: Lassen Sie Henna und Färbungen einige Wochen vorher weg. Ich muss Ihre natürliche Haar- und Hautfarbe sehen, um den richtigen Pigmentton zu wählen. Auch eine frische Lamination ist ungünstig, weil die hochgebürsteten Härchen die natürliche Form verfälschen. Den genauen Abstand besprechen wir im Beratungsgespräch.
  2. Während der Heilung: Bis die Haut vollständig abgeheilt ist, haben Henna, Färbemittel und Laminierlotionen auf den pigmentierten Brauen nichts verloren. Chemische Substanzen auf frisch behandelter Haut können Reizungen auslösen und das Heilungsergebnis beeinträchtigen.
  3. Nach der Heilung: Wenn die Haut wieder völlig ruhig ist, spricht in der Regel nichts gegen eine gelegentliche Lamination oder ein Färben der Härchen. Ich empfehle aber, sparsam damit umzugehen, denn häufige aggressive Behandlungen auf der Haut können das Pigment schneller verblassen lassen.

Was kostet das auf Dauer?

Eine einzelne Henna- oder Laminationsbehandlung kostet bei anderen Anbietern deutlich weniger als ein Permanent Make-up. Rechnen Sie aber einmal zusammen, wie viele Termine pro Jahr anfallen, wenn Sie alle paar Wochen gehen. Dazu kommen Brauenstift, Puder oder Gel für die Tage dazwischen und die Zeit für jeden Besuch. Über mehrere Jahre gleicht sich der Unterschied dann oft aus.

Bei mir kosten Permanent-Make-up-Augenbrauen 400 €, inklusive einer Nachpigmentierung. Eine spätere Auffrischung liegt bei 200 €. Das Beratungsgespräch ist kostenlos. Dort sehen wir uns Ihre Brauen und Ihre Haut an und klären, ob PMU für Sie überhaupt sinnvoll ist oder ob Sie mit Henna oder Lamination vielleicht besser fahren.

Fazit

Henna Brows, Brow Lamination und Permanent Make-up sind keine Konkurrenten, sondern Lösungen für unterschiedliche Ausgangslagen. Wenn Sie volle Brauen haben und nur etwas mehr Farbe oder Form möchten, sind Henna oder Lamination eine flexible und unverbindliche Wahl. Wenn Ihre Brauen dagegen lückenhaft oder ungleichmäßig sind oder Sie das tägliche Nachzeichnen und die vielen Folgetermine leid sind, bietet Permanent Make-up eine langfristige Lösung, die auch bei Sport, Hitze und Wasser hält. Wichtig ist, dass Sie die Grenzen jeder Methode kennen und sich ohne Zeitdruck entscheiden. Dafür ist ein ehrliches Gespräch vorab der beste Anfang.

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