Wenn Kundinnen aus Konstanz, Singen oder Radolfzell zur Beratung für Permanent Make-up an den Lippen kommen, frage ich immer: «Hatten Sie schon einmal Lippenherpes?» Viele antworten mit «ja, ab und zu» und denken dabei nicht weiter darüber nach. Für die Lippenpigmentierung ist diese Frage aber besonders wichtig. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, warum Herpes und PMU-Lippen zusammenhängen und wie Sie vorbeugen können. Außerdem erfahren Sie, was zu tun ist, wenn in der Heilung trotzdem Bläschen auftauchen.

Lippenherpes nach Permanent Make-up – warum er gerade jetzt auftauchen kann

Lippenherpes wird durch Herpes-simplex-Viren ausgelöst. Wer sich einmal angesteckt hat, trägt die Viren meist ein Leben lang in sich. Sie ruhen in den Nervenzellen und werden aktiv, wenn das Immunsystem oder die Haut unter Stress geraten. Typische Auslöser kennen viele Betroffene: starke Sonne, eine Erkältung, Fieber, seelische Belastung, hormonelle Schwankungen oder eine Verletzung der Lippe.

Eine Lippenpigmentierung ist für die Haut genau so ein Reiz. Bei der Behandlung bringe ich mit feinen Nadeln Farbpigmente in die oberen Hautschichten ein. Für das Ergebnis ist das gewollt, für schlummernde Herpesviren aber ein möglicher Weckruf. Deshalb kann bei Menschen, die zu Lippenherpes neigen, einige Tage nach der Behandlung ein Ausbruch folgen, auch wenn sie seit langer Zeit keinen mehr hatten.

Das heißt nicht, dass jede Kundin mit Herpes in der Vorgeschichte nach dem PMU Bläschen bekommt. Das Risiko ist aber spürbar höher als bei Menschen, die nie Lippenherpes hatten. Wer davon weiß, kann gut vorsorgen.

Wer besonders auf Herpes-Prophylaxe achten sollte

Zu den gemeinsamen Vorbereitungen im Beratungsgespräch gehört auch Ihre Herpes-Vorgeschichte. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn eines davon auf Sie zutrifft:

  • Sie hatten schon einmal Lippenherpes, auch wenn es Jahre her ist.
  • Sie bekommen regelmäßig Bläschen, etwa bei Stress, in der Erkältungszeit oder nach dem Skifahren.
  • Ihr Immunsystem ist durch eine Erkrankung oder durch Medikamente geschwächt.
  • Sie planen eine größere Fläche, also eine leichte Schattierung oder ein volles Lippenbild statt nur der Kontur.

Zum letzten Punkt: Je mehr Fläche pigmentiert wird, desto mehr Reiz bekommt die Lippe insgesamt. Eine reine Lippenkontur ist zwar nicht automatisch risikofrei, aber eine Vollschattierung ist für die Lippe meist die größere Herausforderung.

Herpes-Prophylaxe bei Permanent Make-up Lippen – was Sie mit Ihrer Ärztin besprechen

Ich bin kein Arzt und verschreibe keine Medikamente. Ich rate aber allen Kundinnen, die schon einmal Lippenherpes hatten, vor der Lippenpigmentierung mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt zu sprechen. Am einfachsten geht das in Ihrer gewohnten Praxis in Konstanz, Singen oder Radolfzell, denn dort kennt man Ihre Krankengeschichte.

Worum es dabei geht

Oft wird in solchen Fällen eine vorbeugende antivirale Behandlung besprochen, die schon vor dem Termin beginnt und einige Tage danach weiterläuft. Ob das bei Ihnen sinnvoll ist, welches Mittel passt und wie lange Sie es nehmen, entscheidet ausschließlich Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bitte nehmen Sie dafür nicht einfach Tabletten aus der Hausapotheke oder Reste aus früheren Verordnungen.

Was Sie zum Arzttermin mitnehmen sollten

  • das Datum Ihrer geplanten Lippenpigmentierung
  • wie oft und wie stark Sie bisher Herpes hatten
  • alle Medikamente, die Sie zurzeit regelmäßig einnehmen
  • die Info, ob nur die Kontur oder eine Schattierung geplant ist

Planen Sie den Arzttermin einige Tage im Voraus, damit eine eventuelle Prophylaxe rechtzeitig beginnen kann. Am Behandlungstag besprechen wir kurz, ob alles so gelaufen ist wie geplant.

Die Tage vor dem Termin – was Sie selbst tun können

Neben der ärztlichen Abklärung können Sie selbst einiges dazu beitragen, dass Ihre Lippen gut vorbereitet in die Behandlung gehen:

  • Sonne meiden: Ein Sonnenbrand auf den Lippen ist ein häufiger Auslöser. In den Tagen vor dem Termin schützen Sie Ihre Lippen deshalb konsequent, auch bei Wintersonne am See oder in den Bergen.
  • Gesund zum Termin kommen: Mit Erkältung, Fieber oder stark angeschlagenem Immunsystem verschieben wir lieber. Das ist kein Drama, sondern schont Ihr Ergebnis.
  • Lippen pflegen: Rissige, trockene Lippen sind schon gereizt. Regelmäßige Pflege in der Woche davor tut gut.
  • Ruhige Zeit wählen: Wenn Sie wissen, dass Stress bei Ihnen Bläschen auslöst, legen Sie den Termin nicht direkt vor eine Prüfung, einen Umzug oder eine anstrengende Arbeitswoche.

Eine Regel gilt ohne Ausnahme: Haben Sie am Behandlungstag ein aktives Bläschen oder spüren Sie das typische Kribbeln, wird nicht pigmentiert. Dann verschieben wir den Termin, bis alles vollständig abgeheilt ist. Rufen Sie mich in diesem Fall einfach vorher an oder schreiben Sie mir per WhatsApp.

PMU-Lippen-Heilung mit Herpes – was tun, wenn trotzdem Bläschen kommen?

Auch mit guter Vorsorge kann es passieren, dass in den Tagen nach der Behandlung Herpes auftritt. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Wichtig ist, dass Sie jetzt ruhig und richtig handeln.

So erkennen Sie den Unterschied

Nach einer Lippenpigmentierung sind Schwellung, Spannungsgefühl, Trockenheit und feine Schüppchen normal. Herpes zeigt sich anders: Erst kribbelt, brennt oder juckt eine Stelle, dann bilden sich kleine, oft gruppierte Bläschen mit klarer Flüssigkeit. Diese platzen später und verkrusten. Sind Sie unsicher, schicken Sie mir ein Foto und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin.

Was jetzt hilft

  • Ärztlichen Rat einholen: Melden Sie sich zügig bei Ihrer Hausarztpraxis. Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser.
  • Finger weg: Bläschen und Krusten nicht aufkratzen, nicht aufstechen und nicht abziehen. Das verbreitet die Viren und kann Pigment mit herausreißen.
  • Hygiene: Hände vor und nach jedem Berühren der Lippen waschen, ein eigenes Handtuch benutzen, nicht küssen und keine Gläser oder Besteck teilen. Achten Sie auch darauf, die Augen nicht mit den Fingern zu berühren.
  • Keine eigenen Experimente: Tragen Sie auf die frisch pigmentierten Lippen nicht einfach irgendwelche Cremes oder Hausmittel auf. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, was auf die heilende Haut darf.

Was ein Herpesausbruch für Farbe und Ergebnis bedeutet

Die ehrliche Antwort: Ein Herpesausbruch während der Heilung kann das Ergebnis beeinflussen. An den betroffenen Stellen nimmt die Haut die Farbe manchmal schlechter an. Nach der Heilung sieht man dann hellere oder lückige Partien. Das lässt sich meist bei der Nachpigmentierung ausgleichen, sobald die Lippe vollständig verheilt und ruhig ist.

Bei mir ist eine Nachpigmentierung in jeder Neupigmentierung enthalten. Die Preise für Lippen in meinem Studio in Kreuzlingen, 10 Gehminuten vom Bahnhof Konstanz:

  • nur Kontur: 400 € ...

Korrektur: Die genauen Preise lauten wie folgt.

  • Lippenkontur: 200 €
  • Kontur mit leichter Schattierung: 600 €
  • volles Lippenbild: 800 €

Für eine spätere Auffrischung zahlen Sie 100 € für die Kontur, 300 € für die leichte Schattierung und 400 € für das volle Lippenbild. Bezahlt wird immer nur die einzelne Sitzung. Pakete, Vorauszahlungen oder Ratenzahlung gibt es nicht. Das Beratungsgespräch ist kostenlos, und genau dort sprechen wir auch über Ihre Herpes-Vorgeschichte.

Auch für jede spätere Auffrischung gilt: Die Lippe wird wieder gereizt. Wer zu Herpes neigt, sollte deshalb auch vor einer Auffrischung erneut mit der Ärztin sprechen und nicht davon ausgehen, dass es beim ersten Mal ja gut gegangen ist.

Wann Lippen-PMU nicht die richtige Wahl ist

Für die meisten Frauen mit gelegentlichem Lippenherpes ist eine Lippenpigmentierung mit guter Vorbereitung möglich. Es gibt aber Situationen, in denen ich davon abrate oder zuerst eine ärztliche Freigabe brauche. Das gilt zum Beispiel bei sehr häufigen, schweren Ausbrüchen, bei einem deutlich geschwächten Immunsystem oder wenn die Lippen gerade erst einen Ausbruch hinter sich haben und noch nicht ganz abgeheilt sind. Dann ist Geduld die bessere Entscheidung. Eine Behandlung in einer ruhigen Phase führt fast immer zu einem schöneren Ergebnis als eine überstürzte.

Fazit

Herpes bei PMU-Lippen ist ein bekanntes Thema, das sich mit guter Planung meist gut in den Griff bekommen lässt. Wenn Sie schon einmal Lippenherpes hatten, sagen Sie es mir im Beratungsgespräch, und sprechen Sie vor der Behandlung mit Ihrer Ärztin über eine mögliche Prophylaxe. Kommen Sie gesund und mit geschützten Lippen zum Termin, und verschieben Sie ihn bei Kribbeln oder Bläschen. Tritt in der Heilung trotzdem Herpes auf, holen Sie zügig ärztlichen Rat ein, lassen Sie die Bläschen in Ruhe und achten Sie auf Hygiene. Kleine Farblücken lassen sich in aller Regel bei der Nachpigmentierung ausgleichen.

Mehr dazu: Augenbrauen · Lidstrich · Lippen · Häufige Fragen · Kostenlose Beratung